"Offener Kindergarten" ist ein zusammenfassender Begriff, der für viele Bereiche der pädagogischen Arbeit im Kindergarten steht. Man kann deshalb den Begriff nicht in einem Satz erklären.

An erster Stelle stehen die offenen Türen: Sie stehen offen für die "Freiräume" der Kinder unseres Kindergartens.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Kindergarten, in dem es feste Gruppenräume mit vielen verschiedenen Spielbereichen gibt, haben wir unsere Räume als Funktionsräume gestaltet, die für alle Kinder gleichermaßen offen stehen.

Es gibt folgende Räume:

  • Hasenbau mit dem U3-Bereich:tIMG 0392

    In unserem U3-Bereich starten die jüngsten Kinder in einem geschützten und begrenzten Raum, bis sie später (etwa mit drei Jahren) in das offene Konzept wechseln.

    u3internet

  • Sternenzimmer mit Ruheraum und Puppenwohnung für die U3-Kinder
  • IMG 2857IMG 2862

  • Bärenhöhle mit der Cafeteria und dem Kreativraum

tIMG 0626tIMG 0213

  • Bewegungsraum

IMG 2899

    • Tigersteppe mit großem Baubereich und Rollenspielbereichen unten und auf der 2. Ebene
      tIMG 0210


    • Panama, ein von den "Pfiffikussen" genutzter zusätzlicher Raum für Kleingruppenarbeit, den die Kinder im letzten Kindergartenjahr unter anderem auch als Rückzugsort  nutzen können. Außerdem finden hier gezielte Angebote, wie z.B.Schwungübungen statt, die die Kinder zusätzlich auf die Schule vorbereiten.

      IMG 2900



Außengelände

    mit verschiedenen Spielbereichen

IMG 2845

IMG 2846

IMG 2847

  • Werkstatt
    IMG 2848


Unsere Kinder können den gesamten Kindergarten als Spielbereich nutzen, denn jeder Raum hat seine eigene Funktion. So haben die Kinder größtmögliche Chancen, nach ihren eigenen Neigungen und Wünschen zu spielen und ihre Umwelt zu erfahren. Durch die größeren Entfaltungsmöglichkeiten erfahren die Kinder eine Bereicherung ihres Umfeldes und werden offener für Neues und Anderes. Da in den Funktionsräumen Tätigkeiten, die zusammen passen ausgeführt werden, ähnlich der Wohnung zu Hause, entsteht mehr Konzentration, weniger Ablenkung, mehr räumliche Ausdehnung z.B. für Rollenspiele und eine größere Angebotspalette, da nicht alle Bereiche in jedem Raum vorhanden sein müssen.

Offenheit bedeutet vor allem, offen sein für die Bedürfnisse der Kinder, ihre Wünsche, ihre Entwicklungsstufen, ihre Entfaltungswünsche. Sie bieten uns allen einen Lebens- und Erfahrungsraum zum wohlfühlen. Unsere verschiedenen Erlebnisbereiche führen dazu, dass die Kinder mit viel Eigenständigkeit ihre Ich-, Wir- und Sachkompetenz entwickeln können und ungestört in einer entspannten und ruhigen Atmosphäre spielen und lernen. So ist jeder Tag für die Kinder interessant, spannend und aufregend.

Zur offenen Arbeit gehört weiterhin ein offener Umgang den Erzieherinnen, die durch den wichtigen täglichen Austausch und die gemeinsame Arbeit einen reichen Erfahrungsschatz gewinnen und damit eine hohe Qualität in der Arbeit.

Wenn wir im Folgenden die einzelnen Bereiche der Arbeit darstellen, werden Sie merken, dass das Konzept der Offenheit überall sichtbar wird, wir aber dennoch eine Einrichtung sind, in der es klare Strukturen und Grenzen gibt.

Warum arbeiten wir nun im Kindergarten "Kleine Freunde" nach dem Konzept der "offenen Arbeit"?

Der Kindergarten existiert seit über 40 Jahren. In dieser langen Zeit ist die Konzeption immer wieder den veränderten Lebensbedingungen der Kinder angepasst worden.

In den letzten Jahrzehnten sind die Lebens- und Spielräume der Kinder immer enger geworden. Heute wachsen Kinder in einer gefahrvolleren Umwelt auf, als ihre Eltern.

Folgende Veränderungen sind in unserer Umgebung zu beobachten:

  • viel befahrene Straßen bieten zu wenig Chancen zur freien Entfaltung.
  • trotz dörflicher Struktur gibt es wenig Natur - Erfahrungen auf Grund der Bepflasterung der Grünflächen und angelegten Gärten.
  • Stillsitzen vor vielen verschiedenen Medien (Fernsehen, Videos, CDs, Computerspiele)
  • die Freizeit der Kinder wird durch viele feste Angebote, vor allem am Nachmittag ( Musikschule, Ballett, Vereine usw.) verplant.
  • es gibt ein Überangebot an vorgefertigtem Spielmaterial (die Kinder haben weniger Möglichkeiten eigene Spielideen zu entwickeln)
  • Überbehütung, die Kindern kaum Raum lässt, eigene Erfahrungen zu machen ("Das darfst Du nicht!", "Das kannst Du noch nicht!", "Dazu bist Du noch viel zu klein!")
  • sehr frühe Vorbereitung auf die Schule, so dass die Kinder schon vor der Einschulung unter Leistungsdruck stehen.


All dies wirkt sich stark auf das Verhalten unserer Kinder aus. Die Kinder sind häufig unausgeglichener und dadurch aggressiver als früher, sie haben einen stärkeren Bewegungsdrang, es treten vermehrt Konzentrationsschwächen und Wahrnehmungsstörungen auf. Auch Haltungsschäden sind häufiger zu verzeichnen. Durch unsere räumliche Gestaltung haben die Kinder die Möglichkeit ihre Bedürfnisse eigenständig auszuleben und vielfältige Erfahrungen zu machen. So finden die Kinder eine herausfordernde Umgebung zum Spielen und Handeln vor. Dadurch kann sich die Ich-Stärke und Soziale Kompetenz (Gemeinschaftsfähigkeit) der Kinder gut entwickeln. Die "offene Arbeit" in unserem Kindergarten bietet daher einen günstigen Entwicklungsrahmen für unsere Kinder in der heutigen Zeit.